SÜDAMERIKA, CHILE

CHILE - VON DER ATACAMA WÜSTE ÜBER DAS SEENLAND BIS NACH PATAGONIEN

Chile war ein Teil unserer Südamerikareise. Wir reisten von Peru aus ein. Wir warteten in Arequipa noch auf Sarah und Merv die wir aus La Paz kennen und nachmittags kamen sie dann angetuckert. Wir hatten viel zu erzählen und Infos auszutauschen, deshalb ging es erst einmal zum Pisco Sour schlürfen ins Zentrum und dann noch über den Dächern von Arequipa ins Restaurant. Am nächsten Morgen frühstückten wir noch gemeinsam mit Sarah & Merv und Sven & Joanna (aus Görlitz) und so machten sie uns alle den Abschied aus Peru sehr schwer.


Auf ging es nach Chile und die Grenze war das erste Mal nicht schnell erledigt… Erst einmal hieß es Schlange stehen um dann sein Auto zu parken und zum Schalten zu watscheln. Ein Grenzbeamter gab uns das nötige Formular und dann hieß es noch Autokontrolle bzw. Lebensmittelkontrolle. Eigentlich muss man Fleisch, Obst und Gemüse abgeben, aber wir durften unseren Schinken behalten. Dominik meinte zum Zollbeamten ob sie sich bei den Kontrollen ihr Abendessen zusammen sammeln und schon waren sie wieder im Smalltalk abgelenkt. Durch die Zeitverschiebung verloren wir bei der Ankunft in Chile 2 Stunden, daher war es bereits 21:00 abends und wir fanden zum Glück einen Campingplatz der seine Tore noch offen hatte.

Arica ist nicht wirklich sehenswert und daher besuchten wir nur die von Gustav Eiffel erbaute gusseiserne Kirche. Die Stadt hat noch was zu "bieten": Überall muss man auf der Hut vor herabfallender Vogelscheiße sein, da die Vögel alle Palmen dort besetzen und die Gehsteige weiß färben.


Weiter auf der Panamericana Richtung Süden kommt man an einigen Geoglyphen (Scharbildern) vorbei, die eine willkommene Abwechslung zur eintönigen Wüstenlandschaft bieten. Der größten Geoglyph ist der Gigante de Atacama eine Figur von 95m Länge an einem Berghang.


Nächstes Ziel war die alte Salpetermine und Geisterstadt Humberstone und Santa Laura. Man kann Fabrikgebäude und Wohnhäuser dort besichtigen und fühlt sich in die Zeit von damals zurückversetzt. Als Salpeter nicht mehr nützlich war, sind unzählige Minen in dieser Region geschlossen worden. Alle paar Kilometer sind noch die alten Fabriken und Geisterstädte zu sehen und die vielen Friedhöfe zeugen von den Leuten die damals hier gelebt haben.






In Iquique verbrachten wir unsere zweite Nacht. Die Stadt selbst ist sehr verfallen und ungepflegt, aber es gibt eine Straße mit Holzbürgersteigen und man fühlt sich ein bischen wie in New Orleans. Das wichtigste aber war, dass wir unseren Kühlschrank wieder füllten, nachdem wir alles aufgefuttert hatten um keine Probleme bei der Einreise zu bekommen. Den allseits gelobten Campingplatz mit angeschlossener Paraglidingschule eines Schweizers fanden wir im Dunkeln nicht und daher nächtigten wir auf einem Parkplatz direkt am Strand.

Was uns sofort positiv auffällt: hier hupt kein Schwein im Straßenverkehr. Alle halten sich an die Regeln und wir müssen unseren Fahrstil nach solanger Zeit in Bolivien/Peru/Ecuador erst wieder anpassen um nicht negativ aufzufallen. Auch die Leute hier sind äußerst freundlich, was vermutlich daran liegt, dass sie selbst ein Campingvolk sind.


In Calama fanden wir einen total netten Campingplatz bei einem Einheimischen im großen Hinterhof und für uns wurde extra die deutsche Flagge gehisst. Wir hatten uns für die kostenlose 2 stündige Tour in der größten Kupfermine der Welt angemeldet und durften die großen Kipper und Bagger bestaunen. Echt faszinierend, dass wir uns in einem großen Bus immer noch winzig gefühlt haben, als der riesige Kipper uns verfolgte. Es gibt dort insgesamt 4 Minen, aber die Chuquicamata ist mit 5km Durchmesser die Größte.




Da es nach der Tour erst früher Abend war, machten wir uns noch auf zu den El Tatio Geysiren, den höchstgelegenen der Welt. Wir suchten uns mal wieder eine Strecke aus von der wir nicht wirklich wussten ob sie in gutem Zustand ist, aber wir wurden angenehm überrascht und konnten so bis in die Nacht hinein fahren. Die letzten 15km waren dafür nur noch eine Wellblechpiste und wir brauchten 1 Stunde. Um 22:00 Uhr waren wir dann mal wieder auf 4300m an der Rangerstation, hatten -9°C in der Nacht und die Chipstüten vergrößerten mal wieder ihr Volumen. Dominik war das nicht zu kalt um den genialen Sternenhimmel abzulichten und so wurde der Wutz passend zu unserem Kennzeichen der Stern der Nacht.


Um 6:00 war es dann vorbei mit der Einsamkeit dort oben, da die ersten Touribusse eintrudelten. Also nichts wie raus aus den Federn und ab auf das Geysirfeld. Man darf mit dem eigenen Auto die Wege abfahren und zu Fuß sogar überall rumlaufen, wenn man aufpasst nirgendwo einzubrechen. Als alle Busse weg waren, gönnten wir uns ein Bad in den "heissen" Quellen die mit etwa 20° nicht wirklich ihren Namen verdienen.




Runter ging es die total kaputte Strecke nach San Pedro de Atacama. Aber trotz der Schlaglöcher ist es landschaftlich gesehen ein schöner Abschnitt. San Pedro liegt in der trockensten Wüste der Erde (die Atacamawüste) und mittendrin ist das kleine Örtchen mit den Adobehäusern.










Wir fuhren die Lagunen Cejar und Piedra sowie die Ojos de Salar (zwei große Löcher) auf dem ausgetrockneten Salzsee ab und abends ging es dann zum Mondaufgang (oder wie es den Touris angeboten wird zum Sonnenuntergang) ins Valle de la luna (Mondtal).








Das ALMA Teleskop wollten wir auch gerne besuchen, aber es dürfen nur Journalisten rein oder Handwerker da daran immer noch gebaut wird. Immerhin bis zur Schranke haben wir es geschafft und der Wachmann meinte, dass wir 2014 wieder kommen sollen, denn da wird es auch für Besucher geöffnet.


Wir hatten wieder mal genug von der Wüste und ab ging es daher an die Küste nach Antofagasta. Diese Strecke ist die Hauptader für den Transport zu den unzähligen Minen in der Gegend und daher fahren hier die Einzelteile der Bagger und Laster rum. Wir fragten uns wie viele Reifen man für den Wutz aus einem der großen Kipperreifen gemacht werden könnten.




Antofagasta bietet nichts außer einem Felsbogen im Meer und einen schönen Übernachtungsplatz an den Klippen; vor allem wenn man nette Leute trifft und mit denen den ganzen Abend bei Bier und 2 Flaschen Wein (zu zweit) die Aussicht genießen kann. Wir haben mit Daniel und Annika zusammen Spätzle gegessen während der kleine Taneo im VW-Bus nebenan geschlafen hat.




Nach dem Frühstück Schiebetür an Schiebetür verabschiedeten wir uns, um das VLT (Very Large Telescope) der europäischen Südsternwarte mit Hauptsitz in Garching zu bestaunen. Auf dem Weg dorthin gab es aber ne Hand zu schütteln, die mitten in der Pampa steht und ein nettes Fotomotiv abgibt.


Ja und dann ging es den Berg hinauf zum Observatorium Paranal. Das Gelände kann man nur die letzten 2 Samstage im Monat besuchen und wir haben uns schon in Deutschland einfach für einen Termin angemeldet und gehofft, dass wir dann auch zu dem Zeitpunkt da sind, und es hat tatsächlich geklappt. Die Tour dauert 2,5 Stunden und man fährt mit dem eigenen Auto hinter dem Guide die einzelnen Stationen ab. Es ist echt interessant den Leuten im "Kontrollzentrum" über die Schulter zu schauen. Die hotelähnliche Unterkunft von den Wissenschaftlern und Co. kann sich sehen lassen. Wer ein kleiner Hobbyastrologe ist, kann sich unter www.eso.org ausführlich informieren. Wir wollten erst schon anfragen, ob wir nicht in dem "Hotel" schlafen dürfen, da wir ja das ganze mit unseren Steuergeldern mitfinanzieren, aber wir campierten dann doch ein paar Meter unter den Teleskopen und warteten gespannt bis sich die riesigen Tore öffneten. Der Sternenhimmel sowie die absolute Ruhe waren einfach gigantisch.





Das Wetter an der Küste war leider nicht so gut und somit haben wir am Strand des Nationalpark "Pan de Azucar" nur unser Mittagessen gekocht und die Aussicht aufs Meer genutzt. Auf dem weiteren Weg nach Süden haben wir die relativ sauberen und mit nicht mal 1,-€ sehr günstigen Duschen an den modernen COPEC-Tankstellen schätzen gelernt.

In La Serena begrüßte uns die Sonne und wir schlenderten erst mal die Strandpromenade entlang. Den Campingplatz dort gibt es nicht mehr, er wurde durch ein großes Hotel ersetzt. Also beherzigten wir den Tipp von der Touristeninfo und fuhren gleich weiter ins Valle del Elqui wo es unzählige Campingplätze gibt. Das Tal ist normalerweise mit kahlen Hängen sehr öde, aber alles ergrünt wegen des Weinanbaus welcher dank eines Bewässerungssystems möglich ist. An einem Dorfplatz trafen wir dann wieder auf Rudi & Elsbeth aus der Schweiz, die wir in San Pedro kennengelernt haben. Nach einem Kaffeekränzchen in deren geräumigen Wohnmobil beschlossen wir gemeinsam eine Besichtigung der ältersten Pisco-Destillerie dieser Region. Nach drei Probierrunden wurden wir ein bisschen lustiger und auch kauffreudig. 2 Flaschen Pisco mussten mit und eine zusätzlich als Mitbringsel für ein anstehendes Treffen in Santiago.




Auf ging es nach Vina del Mar wo uns geniales Wetter erwartete. Wir fühlten uns mit den ganzen moderne Shoppingmalls und den Palmen gesäumten Straßen wie in Miami. Juhu wir erstanden dort auch gleich die nächste Starbucks-Tasse für unsere Sammlung. Nach einem ausgedehnten Frühstück an der Tanke die auch unser Übernachtungsplatz war erkundeten wir das zum Unesco Weltkulturerbe erklärte Valparaiso. Wir waren total geschockt wie diese total vermüllte Stadt mit ihren größtenteils von Grafiti verschmierten bunten Häusern so hochgelobt werden kann. Das einzige was schön gewesen wäre sind die unzähligen Aufzüge und Bahnen die es einem normal einfach machen sollen die Stadt an den vielen Hügeln zu erklimmen; toll dass bei uns alle Aufstiegshilfen geschlossen waren… Nach einer Stunde hat es uns gereicht und wir verließen die Küste und düsten Richtung Grenze nach Argentinien.


Über den "Paso Los Libertadores" machten wir einen Abstecher nach Argentinien. Man meistert die Höhenmeter über mehr als 20 Steilkurven und kommt dann bei 3.200m an die Grenze.


In Uspallata am Fels der sieben Farben (Cerro siete colores) haben wir dann unser Nachlager aufgeschlagen. Am nächsten Tag machten wir noch eine kleine Wanderung mit Blick auf den 6.959m hohen Aconcagua an dem immer wieder einige Bergsteiger scheitern. Der Friedhof dort zeugt von den vielen Verünglückten an dem extrem vergletscherten Berg. Das südlichste Bauwerk der Inkas, die "Puente del Inka" und die alte Bahnstrecke über den Pass sind noch weitere Sehenswürdigkeiten am Fuße der schneebedeckten Berge.








Nach einer ausführlichen Auto- und Kühlschrankinspektion durch den chilenischen Grenzbeamten machten wir uns auf den Weg nach Santiago. Von Sarah & Merv haben wir die Adresse von Martyn, Katie und George bekommen um dort mit unserem Wutz zu stehen. Die drei wohnen etwas außerhalb von Santiago, in einem supergemütlichen Holzhaus mit einem großen Grundstück.


Wir blieben drei Nächte und erkundeten an einem Tag die leider etwas wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Am ersten Abend kam noch Besuch von den Falklandinseln: Jeff ist dort Helikopterpilot und wir hatten einen lustigen und geschichtenreichen Abend zusammen. Da wir mit Frühstück, Spaghetti und Asado verwöhnt wurden, bedankten wir uns im Gegenzug mit selbstgemachten Käsespätzle und dem Pisco aus dem Valle del Elqui.

Nachdem wir Santiago hinter uns gelassen haben ging es auf der PanAm weiter um einige Kilometer zu schaffen. Wir übernachteten an einer COPEC Pronto Tankstelle die allen Luxus bietet was man braucht: nagelneue Toiletten und Duschen, Waschmaschine, Trockner und man kann sich ein tolles Frühstück gönnen. Als wir uns gerade hingelegt hatten, wackelte auf einmal der Wutz und wir dachten, dass jemand an unserem Auto rüttelt. Das dachte wohl der LKW-Fahrer neben uns auch und als wir uns alle verdutzt angeschaut hatten, wussten wir, dass es ein Erdbeben war. Wir haben es dann auch im Internet nachgelesen, es war ein Beben der Stärke 5,6.
Auf ging es nach Malalcahuello und auf einmal fühlten wir uns wie zuhause. Es gibt also auch auf der Südhalbkugel ein Bayern, nur dass die Vulkane nicht ganz dazu passen. Ein Muss für Dominik als gebürtigen Augsburger war natürlich der Besuch im "Cafe Aleman Augsburg", wo wir total freundlich empfangen wurden und bei einem leckeren Stück selbstgemachten Kuchen das Internet zum skypen nutzen durften. Die Besitzerin (eine Chilenin) lernte in Augsburg ihren Mann kennen und nach einigen Jahren wollte sie wieder in ihre Heimat zurück. Es wurde uns angeboten auf dem Vorplatz zu campen, aber wir wollten uns das "La Suizandina" anschauen, von dem uns von Freunden berichtet wurde.




Leider hat das Wetter umgeschlagen und es regnete am nächsten Morgen. Toll, dass wir für diesen Tag eigentlich Wandern eingeplant hatten. Naja egal, wir fuhren mit dem Auto erst einmal zum Vulcano Lonquimay hoch, aber wir mussten wieder umdrehen, da dort oben noch zuviel Schnee lag. Zurück ins Tal und auf in den Nationalpark Conguillio mit dem 2008 ausgebrochenen Vulkan Laima, Chiles aktivstem Vulkan. Es regnete immer heftiger und die unasphaltierte Straße wurde immer rutschiger. Da es ständig bergauf und bergab ging, fragten wir uns ob wir es überhaupt bis zum anderen Parkende schaffen werden, aber bevor wir im Park für 1-2 Tage festhängen kämpften wir uns durch. Was beeindruckend ist, dass man durch die Lavafelder bzw.- rinnen fährt in denen der Wutz richtig klein wirkt. Villarrica war unser Ziel und wir fanden eine Parkbucht direkt am Lago Villarrica.








20km weiter empfing uns Pucon mit schönstem Wetter und man fühlte sich wie zuhause. Überall blühte der Raps, auf den Weiden stand das Fleckvieh und ringsherum die Berge und Seen. Eigentlich kamen wir uns vor als würden wir Urlaub am Tegernsee/Schliersee und Spitzingsee machen. Nachdem wir für den nächsten Tag die Besteigung des Vulcano Villarrica bei "Politur" gebucht hatten fuhren wir noch zu den "Ojos del Caburgua" und dem Lago Caburgua. Zum Schluss gönnten wir uns ein paar Stunden in der Therme Quimeyco mit Wassertemperaturen bis zu 40°C. Unser Nachtlager schlugen wir an der Bergstation auf dem Villarrica auf und genossen den genialen Blick ins Tal und den Sonnenuntergang.








Sandra war nicht so wohl beim Gedanken, dass wir direkt auf dem Vulkan übernachten, aber er hatte ja nicht zu spucken begonnen und somit war es wieder mal eine einsame und ruhige Nacht dort oben. Am Morgen um 7:30 kamen die 4 Guides an und schon ging es mit den anderen 10 Leuten los. Für die ersten 600 Höhenmeter hätte man einen Lift nehmen können, aber keiner wollte der erste sein. Im Nachhinein fragt man sich, warum man bei 1.400 Höhenmeter nicht die Aufstiegshilfe in Anspruch genommen hat; aber nachher ist man immer schlauer. Der Aufstieg bis zur Liftstation war echt fies, wenn über einem die Leute gemütlich im Sessellift sitzen und man sich abmüht über die Geröllfelder nach oben zu kommen. Weiter ging es nun mit Steigeisen und Eispickel um mehr Sicherheit im Schnee zu haben. Zum Glück ist man so auf jeden Schritt konzentriert, dass man es nicht mitbekommt wie steil es wird. Die letzten 200Hm waren echt eine Qual, aber dafür wurde man am Gipfel mit dem Blick in den riesigen Schlund des Vulkans und der tollen Aussicht belohnt. Das nächste Highlight wartete auf uns, und zwar der "Abstieg". Wir mussten noch ca. 100Hm vom Gipfel runter und dann wurden die Steigeisen ausgezogen und man schnallte sich einen Schutz um die Oberschenkel und den Hintern. Auf dem Hintern und wenn es nicht schnell genug war auch mit Hilfe eines Apfelrutschers ging es in Schneerinnen die restlichen 1.300Hm den Berg hinunter. Zum Bremsen hatte man den Eispickel und seine Füße, aber wer will denn schon bremsen? Es war mit Abstand der beste "Abstieg" von einem Gipfel den wir je gemacht haben und obwohl wir danach wirklich total durchnässt waren, waren alle Anstrengungen vom Aufstieg wie weggerutscht. Wir verabschiedeten uns von den Guides mit einem riesigen Grinsen im Gesicht und fuhren dann gemütlich runter nach Pucon auf den Campingplatz "Parque la Poza" um die wohlverdiente Dusche zu genießen und die schweren Beine hochzulegen.






Am nächsten Tag wollten wir eigentlich klettern gehen, aber da uns doch die sportliche Aktivität vom Vortag in den Beinen steckte, fuhren wir über das "Sieben Seen Land" weiter. Die Landschaft ist wirklich toll und ein See liegt schöner als der andere. Am Lago Panguipulli holten wir dann unsere Liegestühle raus und genossen die Sonne mit Blick auf den Vulkan Choshuenco.


Unser nächster Stop war die deutsche Brauerei Kunstmann. Dort machten wir bei einer Führung mit und als Geschenk erhielten wir ein Glas und durften es dann mit Bier füllen. Damit Dominik die zwei Glas Bier (Sandra trinkt ja keinen Alkohol) vertilgen konnte aßen wir dort gleich noch zu Abend.


Eigentlich wollten wir in Niebla übernachten, aber wir fuhren aus der Bucht raus um auf den Pazifik zu schauen und prompt fanden wir einen Campingplatz (Don Lola) direkt am Wasser, den wir für uns alleine hatten. Es war eine ruhige Nacht und wir genossen morgens das Frühstück in der warmen Sonne am Pazifik.



In Valdivia ist die Attraktion der Fischmarkt direkt am Fluss, wo hinter den Marktleuten die die frischen Fische ausnehmen, riesige Seelöwen sitzen und warten bis die Reste vom Tisch fallen. Als wir weiterfahren wollten, klopfte es an unserer Türe und da standen zwei liebe Leute die wissen wollten wie das mit dem Verschiffen und allem in Südamerika so funktioniert. Nach kurzem Infoaustausch wussten wir dann, dass die beiden Tierra (aus Bayern) & Zacarias (aus Chile) heißen und kurzerhand kamen die beiden mit uns mit um eine Werkstatt zu suchen, da wir noch nen Check machen wollten, bevor wir uns der Carretera Austral nähern. Der Mechaniker der sich aber am besten auskennt sei erst in einer Stunde wieder da, also rief Zacarias mal eben bei seiner Mutter an, die gleich ums Eck wohnt und schon wurden wir eingeladen mitzukommen.
Wir wurden total herzlich empfangen und mit einem typischen Eintopf, Brot, Saft und Salat verköstigt. Die Gastfreundschaft hier ist echt unbeschreiblich und man fühlt sich sofort total wohl. Bei einem Mix aus deutsch und spanisch hatten wir alle eine Menge Spaß und die Dame ist so witzig und bringt einen ständig zum Lachen. Wir verabschiedeten uns noch und machten ein Erinnerungsfoto.


Vielen lieben Dank an dieser Stelle fürs dolmetschen und den Übernachtungsplatz, den wir nicht in Anspruch genommen haben, da wir noch ein bisschen weiterfahren wollten.
Wir kamen nicht wirklich weit, denn nach nur knappen 100km kam eine unserer geliebten COPEC-Tankstellen mit WiFi und nagelneuen Duschen. Da mussten wir einfach stehen bleiben und wir haben dieses mal auch mal ein Bild gemacht, damit ihr wisst von was wir schwärmen.


In Osorno haben wir die Panamericana verlassen und haben noch ein paar chilenische Pesos in einem Haushaltwarengeschäft in Dollar umgetauscht. Warum erzählen wir euch später… Wir verließen mal wieder Chile um Argentinien eine neue Chance zu geben, da wir bei unserem ersten Abstecher nicht so begeistert waren. Die Grenzstraße führt durch den Park National Puyehue mit dem gleichnamigen Vulkan der damals einen Tag nach dem großen Erdbeben 1960 große Teile der Landschaft mit Asche bedeckt hat. Bis heute hat sich die Gegend davon nicht erholt.




Auf argentinischer Seite empfing uns mal wieder ein See und eine Landschaft wie zuhause. In Bariloche angekommen, nervten uns gleich mal wieder die aggressiven Autofahrer und die nicht vorhandene Vorfahrtsregel. Der Ort selbst bietet nicht viel, aber jetzt kommen unsere vorher getauschten Dollar ins Spiel. Wir schlenderten gemütlich mit unseren Stellplatznachbarn Marianne und Erik aus Dänemark die Einkaufsstraße entlang und warteten bis man uns mit den Worten "Cambio" angesprochen hat. Dann verkrümelten wir uns in einen Laden und checkten die Umtauschkurse am Blaumarkt ab (manche nennen es Schwarzmarkt, ob blau oder schwarz war uns aber egal). Man kann hier mal eben locker sein Reisebudget um das 1,5 fache aufstocken. Gern gesehen sind neben Dollarnoten auch mal die chilenischen Pesos. Mit dem gefüllten Geldbeutel ging es dann in die unzähligen Schokoläden und für uns wurden die Leckereien erschwinglicher. Für den Wutz sprangen dabei auch noch zwei neue Vorderreifen raus.


Über die Ruta 40, dem argentinischen Gegenstück zur Panamericana streiften wir El Bolson das uns mit einem Regenschauer gleich weitertrieb nach Esquel. Dort fährt immer noch der Patagonien Express von Esquel nach El Maiten um Touristen aber auch Fracht zu transportieren. Da der Himmel weiterhin weinte, haben wir statt einer Wanderung im P.N. Los Alerces nur unseren Mittagssnack dort gekocht und die leider etwas trübe Aussicht auf den See genossen.
Argentinien hat ein paar Pluspunkte bei uns gesammelt, aber wir machten uns schon wieder auf dem Weg zurück nach Chile. An der Ausreise wurden wir auf Deutsch begrüßt und darauf hingewiesen, dass 100m weiter der chilenische Zoll gerade streikt. Wir sind konnten noch einreisen, da wir mal wieder zufällig kein spanisch mehr verstanden haben, aber der Wutz konnte ohne Kontrolle nicht durch. Also hieß es 1,5 Stunden warten und dann ging auf einmal was vorwärts und es wurden nur unsere Eier für das Abendessen der Zollbeamtin einkassiert.

Jetzt hieß es nur noch 70km Schotterpiste um auf die Carretera Austral zu treffen. Das ist eine der letzten Abenteuerpisten in Patagonien, wobei auch viele Abschnitte schon fürs teeren vorbereitet werden, bzw. bereits 150km asphaltiert sind.






Unsere erste Station war der Park National Queulat mit dem Gletscher Ventisquiero Colgante der sich am Ende eines Tales über die Felskanten schiebt. Wir wanderten zum Aussichtspunkt von wo man die abbrechenden Eismassen hinunterstürzen sieht und vor allem hört. Wir übernachteten im Park mit eigener Grillstelle, überdachter Sitzbank und hatten sogar heiße Duschen.






Nach weiteren Kilometern auf ungeteerter Straße kamen wir dann zum asphaltierten Teilstück wo wir in Cohaique noch schnell unseren Kühlschrank wieder auffüllten. Die Straße mit üblen Schlaglöchern ging bis nach Villa Castillo, wo man die 3.000 Jahre alten Felsmalereien besichtigen kann. Außerdem ragt hier noch der Cerro Castillo (Geisterschloss) in die Höhe, der zu den bekanntesten Bergen Patagoniens zählt.






Hinter Villa Castillo ist die Straße mit groben Schotter und Schlaglöchern gesäumt. 120km später machte der Regen ne kurze Pause und wir überlegten das Boot zu den Marmorhöhlen zu nehmen. Zum Glück kamen in letzter Sekunde noch 3 Deutsche und somit konnten die Kosten teilen. Es war ein Höllenritt über den stürmischen Lago General, aber es hat sich gelohnt, obwohl das ganze bei Sonne noch viel schöner und vor allem wärmer gewesen wäre. Am Ende der Tour durften wir uns im Wohnzimmer der Anbieterin wieder aufwärmen. Wir umrundeten den halben See um dann in Puerto Guadal die Carretera zu verlassen und über Chile Chico nach Argentinien abzudüsen.






Nach mehreren Tagen im argentinischen Patagonien ging es wieder nach Chile und wir konnten uns nicht so recht für einen der 3 Grenzübergänge entscheiden. Wir nahmen dann den der asphaltiert war (Rio Turbio) und wurden gleich mit einem Schneeschauer oben am Pass begrüßt. In Puerto Natales angekommen verkrümelten wir uns in unserem Camper auf dem Stellplatz mitten in der Stadt und versurften unser Guthaben auf dem Internetstick indem wir unsere Heimatsender Charivari und Radio Gong hörten.

Juhu die Sonne weckte uns und wir machten uns auf in den Torres del Paine NP. Soll ja ein Highlight sein, aber vielleicht ist ja damit der enorm hohe Eintrittspreis von 26 Euro pro Person gemeint? Naja egal, wir wollen ja auch ein paar Tage dort verbringen. Einige Attraktionen klapperten wir am ersten Tag ab, obwohl das bei den schlechten Schotterstraßen echt nur bedingt Spaß machte. Da man seit 2011/12 nicht mehr wild im Park campen darf (ein Tourist hatte sein Klopapier verbrannt und dabei einen großen Teil des Parks abgefackelt), suchten wir den schön gelegenen Campingplatz Pehoe auf. Wir heizten sofort eine der Feuerstellen an um unsere leckeren Steaks zu brutzeln, aber es wollte noch einer mitessen. Dominik verteidigte unser Essen mit einer Gabel bewaffnet, was den Vogel überhaupt nicht interessierte der so bis auf 1m angeschlichen kam.











Wandern stand auf dem Programm, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung und somit verbrachten wir einen weiteren Tag am Campingplatz und vertrieben uns die Zeit mit 3 Filmen (schönen Gruß an Pawel). Am Nachmittag riss der Himmel doch noch auf und wir machten nen kurzen Abstecher zum Salto Chico und sahen uns dabei eines der noblen Hotels im Park an (kein Zimmer unter 200 USD).




Am dritten Tag noch einmal auf zum Wandern, aber wir sind total enttäuscht von dem Angebot hier im Park. Es sind meist Wege unten am Bergmassiv entlang und man besteigt keinen einzigen Gipfel. Bei uns würde kein Mensch für solche Spaziergänge einen Eintritt bezahlen. Nach 500Hm und reichlich Gegenwind kurz vor der Hütte genehmigten wir uns ein Mittagessen um dann noch bis zum Mirador Las Torres die weiteren 400Hm zu meistern. Die berühmte Aussicht auf die Felsnadeln wurde uns von den tiefhängenden Wolken etwas getrübt.


Nach dem Rückweg fanden zu unserer Überraschung eine Visitenkarte an unserer Scheibe mit den Worten: Grüßen aus der Heimat (Neuried bei München). Wir beschlossen, dass wir nicht nochmal ne teure Nacht hier im Park bei dem wechselhaften Wetter verbringen wollen, sondern holperten die Straße raus bis nach Puerto Natales zurück, wo wir wieder nett an dem uns schon bekannten Stellplatz von der Besitzerin empfangen wurden.

Nächste Station war Punta Arenas, südlichste Stadt auf dem Festland und mit dem zweit schönsten Friedhof Südamerikas, nach dem von Buenos Aires, bestückt. Dort liegt bereits die "Deutsche Krankenkasse" (wir vermuten die Gesetzliche) begraben.




Wir steuerten das Hostal Independencia an, wo wir in der Einfahrt standen und mit allen anderen Campern (im Zelt) das Haus des jungen Besitzers mitbenutzen durfte inkl. der Massagedusche.


Sonntags fahren eigentlich 2 Fähren nach Porvenir auf Feuerland und uns wurde gesagt, dass wir um 15Uhr kommen sollen um das Ticket zu kaufen. Gesagt getan, aber es ging keine Fähre mehr, da der patagonische Wind mal wieder zu heftig wurde und somit die Verbindung gestrichen wurde. Am Montag fährt von Haus aus keine Fähre, also wieder umplanen und nach Norden zu der anderen Fähre in Punta Delgada vorbei an zahlreichen Schiffswracks fahren.


Diese geht täglich, dauert nur 20 Min. statt wie die andere 2,5 Stunden und kostet auch nur pauschal pro Auto 20 Euro statt 120 Euro. Sandra war im Nachhinein heilfroh, dass wir diese nehmen mussten, da die Wellen in der Magellanstraße so hoch waren, dass sie das erste Mal seekrank wurde. Wir suchten uns ein windgeschütztes Plätzchen und wurden fündig im Ort Cerro Sombrero an einer Hosteria wo wir auch noch die beheizten Duschräume benutzen durften.
Ab da heißt es Schotterpiste, da die Chilenen nicht einsehen für den ganzen LKW-Verkehr die Verbindung zur argentinischen Grenze zu teeren. Aber wir nahmen nicht die Standardroute sondern hatten eine Strecke ausfindig gemacht bei der wir über 30km Asphalt genießen durften. Wir machten noch einen Abstecher (11km üble Schotterpiste) zum Parque Pinguino Rey. Mit 17 Euro p.P. nicht gerade billig aber auch gut so, denn dann wird die Masse ein bisschen eingebremst. Die einzige Königspinguinkolonie außerhalb der Antarktis hat sich hier seit 3 Jahren angesiedelt und wird zunehmend größer. Man darf sehr nahe an die inzwischen 90 Tiere ran und es ist echt faszinierend, dass die ohne Scheu an einem vorbeiwackeln. Als wir uns vom Ranger verabschieden wollten, kamen 5 Typen und machten einen Aufstand, da sie keinen Eintritt bezahlen wollten. Sie meinten, dass das viel zu teuer ist und man ja einfach am Zaun entlang über den Strand der öffentlich ist auch rein kann. Wir blieben noch als Unterstützung und Zeugen, bis sich die Herrschaften stinksauer und ohne einen Blick auf die Frackträger vom Acker machten. Der Ranger war dankbar, denn hier draußen wartet man Stunden auf Verstärkung.
















Es ging die schlechte Straße bis zur Abzweigung nach San Sebastian zurück, wo wir wieder über die Grenze sind. Vor der Station parkten massenweise Autos und wir fuhren einfach daran vorbei bis nach ganz vorne und waren nach 10 Min. ausgereist. Sandra meinte noch, da hängen überall Zettel mit besonderen Öffnungszeiten aus, aber egal wir waren ja durch. Tja auf der argentinischen Seite wussten wir dann was der Aushang bedeutete. Da die Chilenen mal wieder streikten, fertigten sie nur 3x täglich für 1 Stunden die Fahrzeuge ab, daher staute sich auf argentinischer Seite alles und wir brauchten 1 Stunde bis alles erledigt war.
Nun ging es in die südlichste Stadt der Welt, Ushuaia.

© 2012-2019 Global Footprints